Haben Sie ein Kind mit Interesse für das Schachspiel? In diesem Blogbeitrag geben wir zahlreiche Informationen, weshalb Schach ein tolles Hobby für Jugendliche darstellt und zeigen Möglichkeiten, wie ein Kind Schach lernen kann.

Warum Schach für Kinder?

Mit wissenschaftlichen Untersuchungen im Schulschach konnte die Universität Trier nachweisen, dass Schach als Schulfach die Leistungen von Schülern steigert. Bereits eine Lektion Schach pro Woche verbessert die Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit der SchülerInnen und erhöht deren Motivation. Die Schüler zeigen dabei nicht nur Fortschritte in Mathematik. So ist das Leseverständnis ausgeprägter und die Werte des Sozialverhaltens steigen. Die Forscher sind überzeugt, dass das Schachspiel die Entwicklung eines Kindes vorantreibt.

Das Spiel der Könige unterstützt zudem die gesellschaftliche Eingliederung und den Kampf gegen Diskriminierung, was zur Verringerung der Kriminalitätsrate führt. Es ist hilfreich bei der Bekämpfung verschiedener Abhängigkeiten wie beispielsweise dem Drogenkonsum.

Da Schach ein leicht zugängliches Spiel für alle soziale Schichten darstellt, fördert die Europäische Union und die UNESCO verschiedene Programme zu "Schach in Schulen". Schach begeistert Kinder auf der ganzen Welt und wird manchmal als „Sprache aller Völker“ bezeichnet. Das Schachspiel in der Schule übersteigt in der Regel die Beliebtheit aller anderen Fächer wie Mathematik, Deutsch oder Sport.

Eine spielerische Lebensschule für jedes Kind

Schach entwickelt den Geist, denn alle Züge sind das Resultat eigener Anstrengungen und Überlegungen. Spielerisch üben Jungen und Mädchen, wie sie Herausforderungen des Alltags analytisch lösen können. Das Schachspiel ist für alle Kinder und richtet sich nicht nur an Ausnahmetalente. Insbesondere benachteiligte und „durchschnittliche“ Kinder blühen oftmals auf und finden Zugang zu ihrem Potenzial.

Kinder lernen, sich auf etwas zu fokussieren, störende Einflüsse auszublenden und unter Zeitdruck und Stress einen kühlen Kopf zu bewahren. Dabei werden auf dem Schachbrett verschiedene Herausforderungen mit zunehmend vernetztem Denken auf immer höherem Niveau gemeistert. Diese Eigenschaften bilden die Basis für eine bessere Aufnahme jeglichen Schulstoffes.

Neben den intellektuellen Auswirkungen hilft Schach den Kindern, sich in sozialen Alltagssituationen besser zurechtzufinden. Schon erste Erfolge im Spiel stärken das Selbstvertrauen. Gleichzeitig lernen Kids mit Niederlagen umzugehen und Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen. Sie setzen sich in die Absichten und Pläne der Gegner hinein und integrieren diese in die eigenen Überlegungen.

Durch den Umgang mit Zeitnot und Überraschungen wird die psychische Stabilität trainiert, wodurch eine erfolgreiche Anpassung und Selbstbehauptung im täglichen Leben beispielsweise bei Schulprüfungen ermöglicht wird. Schach lehrt einem sich eigene Ziele zu setzen und sich (nicht nur) an den Leistungen Anderer zu messen. Die Anstrengungsbereitschaft wird spielerisch gefördert und der Kampf- und Siegeswillen gestärkt. Die Kinder lernen beim Schachsport vieles über Fairness und Respekt. Eine Schachpartie beginnt mit einem Handschlag und endet mit einer Gratulation. Aus den “Gegnern” auf den 64 Felder entstehen nicht selten Freundschaften für Leben.

Schach macht auch Mädchen Spass

Dabei ist die Schachstunde kein Pauken, sondern ein Erlebnis. Es begeistert alle Kinder! Sind die Figuren an ihrem Platz und wird der erste Zug ausgeführt, beginnen die Kinderaugen zu strahlen. Vor den Kindern liegt ein Labyrinth voller spannender Wege. Sie identifizieren sich mit Bauern oder Königen und schlüpfen in die Gestalt ihrer Lieblingsfigur. Das Aufeinandertreffen um Sieg und Niederlage weckt die Abenteuerlust des Sprösslings und dessen Fantasie wird mit jedem Zug von Neuem angeregt. Das unvergleichliche Spiel schlägt jedes Computergame und Fernsehprogramm!

So lernen Kinder Schach spielen

Früher lernten Kinder Schach vom Grossvater oder vom Onkel. Dies ist auch heute noch eine der schönsten Arten. Wenn Sie die Spielregeln selber beherrschen, die nötige Zeit und Geduld aufbringen, sollten Sie diese Leidenschaft Ihrem Kind weitergeben.

Heutzutage kann Ihr Kind auch Schach lernen, ohne dass Sie selbst zu den Holzfiguren greifen. Im Gegensatz zur ersten Vermutung sind Schachvereine eher selten in der Lage, einem Kind das Spiel von Grund auf zu lehren. Angebote für Anfänger durch Schachvereine gestalten sich meistens im Sinne eines Ferienkurses mit anschliessender Förderung in einer Jugendgruppe. Die Schachklubs zeichnen sich durch die Organisation von Turnieren aus und bilden Turnierspieler weiter. In der Regel lernt ein Kind die elementaren Regeln des Spiels und tritt anschliessend einem Schachverein bei, wenn die Begeisterung entfacht wurde.

In einigen Regionen gibt es professionelle private Schachschulen. Durch ausgebildete Trainer werden in Kleingruppen oder im Einzelunterricht auf spielerische Art Lehrgänge umgesetzt. Dabei gibt es grosse Preisunterschiede und jede Schachschule hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Am besten besuchen Sie mit Ihrem Kind eine Probelektion. Zögern Sie nicht, den Lehrern in Schachschulen Fragen zu stellen. Kann der Trainer zum Beispiel ein FIDE-Diplom (Weltschachbund) oder vom SSB (Schweizer Schachbund) vorweisen, ist das ein Indiz für eine seriöse Ausbildung.

Die Spielstärke des Trainers (Höhe der Elo-Zahl) ist dagegen für einen Basiskurs beinahe nichtsaussagend. Sie zeigt lediglich an, dass der Trainer ein guter Schachspieler ist. Schlussendlich muss aber die „Chemie“ zwischen Ihrem Kinde und dem Pädagogen stimmen. Findet der Schachlehrer den Zugang respektive einen motivierenden und informativen Ton zu Ihrem Schützling und zu Ihnen als Eltern?

Hilfsmittel und Praxis

Als Unterstützung zum Schachunterricht empfehlen wir die preisgekrönte Schachsoftware Fritz und Fertig. Per CD und Computer wird Ihr Kind in eine Spielwelt voller Könige und Prinzessinnen entführt und vergisst dabei beinahe, dass es Schach gleichzeitig Schach lernt. Mit Fritz und Fertig kann Ihr Kind das Gehörte des Trainers vertiefen und so spielerisch Fortschritte erzielen.

Viele Kinder möchten auch Turniere spielen. Hier informieren Sie sich am besten beim Trainer, der Schachschulleitung oder in einem Schachverein, welches Turnier am geeignetsten ist. Möglichkeiten gibt es viele.