Man nennt es das Spiel der Könige. Es fasziniert Millionen auf der ganzen Welt und gilt als Sport sowie Kunst. Aber was macht das Schachspiel eigentlich aus? Diese zehn Gründe zeigen, weshalb das klassische Brettspiel so populär ist.

Spielen Sie noch nicht Schach? Ich hoffe, dass dieser Blogbeitrag Sie von den Vorzügen des königlichen Spiels überzeugt. Ich beherrsche die Schachregeln seitdem ich ca. fünf Jahre alt bin und habe es nie bereut, im Gegenteil ziehe ich im Alltag nutzen daraus.

Wie Sie während dem Lesen des Textes merken werden, sprechen deutlich mehr als zehn Gründe für das Schach. Ein Titel wie «24 Gründe warum...» erschien mir aber zu abgedroschen. Egal, kommen wir zur Sache!

1. Geselligkeit

Als Schachspieler lernen Sie interessante Persönlichkeiten kennen. Vor allem wenn Sie an Turnieren teilnehmen, in einen Verein eintreten oder sich im örtlichen Park messen. Aber gilt das nicht für alle Freizeitbeschäftigungen? Nein, nicht in dem Masse. Denken Sie nur einmal an Golf.

Das Schachspiel eignet sich für alle sozialen Schichten. Geschlecht oder Religionszugehörigkeit ist belanglos. Zudem kann es selbst von körperlich Behinderten Menschen ausgeführt werden. So können beispielsweise Blinde an einem gewöhnlichen Turnier teilnehmen.

2. Altersunabhängig

Das Schachspiel ist an kein Alter gebunden. Das ist ein riesen Vorteil gegenüber körperbetonten Sportarten. Mit 40 ist nicht Schluss. Ebenso wenig wirft Sie eine Verletzung aus der Bahn. Selbst im Seniorenalter lohnt es sich noch, die Regeln zu lernen. Mehr: Schach für Senioren.

Schach ist eine ideale Möglichkeit, generationenübergreifend Zeit zu verbringen. Grosseltern können Zeit mit ihren Enkeln verbringen, ohne dass sich eine Seite langweilt. Oftmals glauben Eltern, dass ihre Kinder noch zu jung für Schach sind.

Das ist meistens ein Irrtum. Ab dem Kindergartenalter ist das bei fast allen Kindern auf spielerische Art möglich. Ich kann mich nicht mehr an meine ersten Schritte auf den 64 Feldern erinnern, aber ich dürfte etwa Fünf gewesen sein. Im Artikel Schach für Kinder erfahren Sie mehr.

3. Selbstbewusstsein

Wenn Sie eine Partie gewinnen, steigert dies ihr Selbstbewusstsein. Es ist ein tolles Gefühl, den Gegner auf geistiger Ebene bezwungen zu haben. Aber Erfolg ist nicht alles. Das Schachspiel geniesst einen hervorragenden Ruf in unserer Gesellschaft.

Banken oder Versicherungen anzusehen werben regelmässig mit unserem Spiel. Schach steht für Strategie und Köpfchen. Die Gesellschaft bringt Schachspielern hohen Respekt entgegen – egal, ob Sie erfolgreich spielen oder nicht.

4. Hirnjogging

Wie viele «revolutionäre» Methoden überschwemmen jährlich den Markt und versprechen fantastische Effekte für das Gerhirn? Ich bezweifle die Seriosität dieser Apps bzw. Methoden. Das Schachspiel hat sich hingegen über Jahrhunderte als Gedächtnistraining etabliert.

Nicht umsonst wird Schach in Schulen gefördert. Wenn Sie Schach spielen häufen Sie Wissen bzw. Erfahrungen an. Auf der Suche nach dem besten Zug werden Sie (unterbewusst) versuchen, sich an vorangegangene Spiele zu erinnern.

Wie sehr das Gedächtnis durch das Schachspiel gefördert wird, möchte ich anhand einer persönlichen Erfahrung schildern. An der Militäraushebung werden Rekrutenanwärter auf ihre körperlichen sowie geistigen Fähigkeiten geprüft.

Beim Test zur Erinnerungsfähigkeit erzielte ich laut der zuständigen Psychologin ein überragendes Ergebnis. Bewiesen ist es natürlich nicht, aber für mich ist der Grund klar: Das jahrelange Schachtraining ermöglichte dieses Resultat.

Neben dem Gedächtnis fördern Sie die logische Denkweise. Einen strategischen Plan zu erarbeiten, ist essenziell beim königlichen Spiel. Aber Pläne aufzustellen ist das Eine, diese konsequent zu verfolgen das Andere.

5. Das Streben nach Perfektion

Wollen wir nicht alle perfekt sein? Wer regelmässig Zeit auf sozialen Netzwerken wie Facebook verbringt, sieht «astreine» Profile en masse. Fehler sind verpönt. Unsere Gesellschaft bremst sich mit dieser Einstellung selbst. Scheitern gehört zum Leben und bringt einem weiter.

Was hat das mit dem Schachspiel zu tun? Kein Schachspieler kann von sich behaupten, fehlerlos zu spielen. Selbst Schachweltmeister begehen in den meisten Partien (kleine) Fehler. Schachspieler lernen, mit Fehlern umzugehen. Das heisst, sie zu akzeptieren, aber auch aus ihnen zu lernen.

6. Entscheidungen treffen

Einen ähnlichen Effekt tritt bei der Entscheidungsfindung auf. Jedes Leben basiert auf Millionen von Entscheidungen. Verhaltensforscher schätzen die Anzahl Entscheidungen auf 20 000 pro Tag! Leute, die sich nicht zwischen der Cola und der Cola Zero entscheiden können, sind deshalb nicht zu beneiden.

Jeder Zug einer Schachpartie basiert auf einer freien Entscheidung. Schliesslich kann man meistens zwischen dutzenden Möglichkeiten wählen. Die Spieler werden laufend gezwungen, Entscheidungen zu treffen und anschliessend die Verantwortung zu übernehmen.

7. Konzentration

Auf diesen Punkt haben Sie gewartet, nicht wahr? Das Schach spielen die Konzentrationsfähigkeit steigert, ist allgemein bekannt. Es ist praktisch unmöglich, das königliche Spiel auszuüben, ohne sich zu konzentrieren. Dabei gilt es, die Konzentrationsphase möglichst lange aufrechtzuerhalten.

Erfahrenen Turnierschachspieler gelingt dies über mehrere Stunden. Dies lässt sich ideal in der Schule, Studium oder Job nutzen. Smartphones, Werbung usw. überfluten unsere Reize. Solche Ablenkungen auszublenden zu können, ist nicht einfach, aber wichtig.

Insbesondere für Kinder ist das Schachspiel auch ein hervorragendes Geduldtraining. Eine Partie ist in der Regel nicht nach fünf Minuten zu Ende. Der Gegner überlegt, obwohl wir bereits genau wissen, was unser nächster Zug sein wird.

8. Erfolg und Misserfolg

Sind wir nicht alle cool, wenn wir gewinnen? Leider nicht immer. In manchen (Team) Sportarten wird der Verlierer verhöhnt. Das Schachspiel hat seinen eigenen Ehrenkodex. Um diesen Punkt zu verdeutlichen, erzähle ich eine typische Turniersituation.

Vor der Partie nehmen beide Spieler Platz und begrüssen sich mit einem Handschlag. Der Schiedsrichter gibt die Runde frei. Oftmals folgt ein erneuter Handschlag. Nun läuft der geistige Kampf. Die Partie endet und das wiederum mit einem Handschlag – egal, wer gewinnt. Anschliessend ist sogar die gemeinsame Partieanalyse üblich.

Dass es selten zu Reibereien kommt, dürfte auch mit dem Glücksfaktor zusammenhängen. Dieser beträgt Null. Es ist ein 100% faires Aufeinandertreffen ohne Fehlentscheidungen eines Schiedsrichter, Kampfrichters o.ä.

Verliere ich eine Partie, muss ich meine getroffenen Entscheidungen kritisch hinterfragen. Irgendwo habe ich mindestens einen Fehler begangen. Beschweren kann man sich lediglich über nervige Umstände (z.B. Lärm im Spielsaal), nicht aber über die eigentliche Partie.

9. Flexibles Hobby

Eishockey, Golf oder Rudern sind wunderbare Sportarten, benötigen aber eine entsprechende Ausrüstung und sind ortsabhängig. Mit dem Schachspiel treffen Sie völlig flexible Wahl. Sie können im Zug, am Strand oder im Park spielen.

Sie benötigen lediglich ein preiswertes Schachset und evtl. eine Schachuhr, falls Sie nicht stundenlang auf die Antwort ihres Gegners warten möchten. Wer besser werden will, studiert eines der zahlreichen Lehrmittel.

10. Schach macht Spass

Zugegeben, das sagen alle von ihren Hobbys! Aber Schach macht wirklich viel Spass - egal, auf welchen Niveau man es betreibt. Die Möglichkeiten sind schier unendlich und jede Partie ist aufs Neue faszinierend!

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