Auf Anraten der Unesco wurde kürzlich ein Gesetz im Senat verabschiedet wonach Schach auf Grundstufe in Paraguay in den Lehrplan aufgenommen wird. Schach spielerisch lernen und sich für andere Fächer fit machen wird gemäss der Unesco in rund 30 Ländern praktiziert, darunter Brasilien, Uruguay, Türkei, Armenien, Chile, Algerien, Südafrika, USA, Russland, China, Kanada, Bulgarien, Venezuela, Mexiko, Frankreich, Turkmenistan, Schweden, Deutschland. Vereinzelt auch in der Schweiz. Die Rückmeldungen und Studien z.B. diejenige von Thier (D) oder Däniken (CH) sind durchwegs positiv. Eine bunte Mischung von Staaten, welche gezielt oder versuchsweise Schach in der Schule einführen.

Es scheint unumstritten, das Schach ein vorzügliches Mittel ist, das Lernen den Kindern spielerisch näher zu bringen. Das königliche Spiel, uA eine der sieben Rittertugenden im Mittelalter, könnte eine ähnliche Stellung einnehmen wie Turnen oder Musik, wo nicht der Fachinhalt selber entscheidend ist, aber die Wirkung auf den Menschen gemeinhin. Meinungsverschiedenheiten gibt es ob es obligatorisch oder als Freifach betrieben werden sollte. Meist scheitern aber Initiativen an den Kosten und der fehlenden Zeit der Schüler. Die Diskussionen kennt man auch beim Gesangs- oder Musikunterricht und dem Sport (hier meist auf Stufe Berufsschule).

Was kostet ein Schachkurs z.B. 10 Lektionen als Freifach? Gehen wir davon aus, dass die Räume unentgeltlich zur Verfügung stehen. Schwieriger wird’s mit den Kosten für den Lehrkörper. Es gibt Lehrerinnen und Lehrer die Schach spielen. Ein Meister muss man nicht sein! Schachtrainer und Vereine können helfen. Hier ist die Frage, ob sie pädagogisch genügen. Eine Mischung Lehrer und Schachtrainer wäre ideal. Ein vom Verein gestellter Trainer kostet die Stunde ca. Fr. 50.-.

Schachbretter in geeigneter Ausführung (Turniersets, Kunststoff klappbar) gibt es z.B. 24 Sets für unter Fr. 500.-. Hinzu kommt ein Demobrett als Möglichkeit die Kinder gemeinsam zu unterrichten. Eine geeignete Ausführung kostet Fr. 125.-. Dann braucht es ein Lehrmittel. In der Schweiz beliebt sind die Schachschule und die Stappenmethode. Pro Jahr muss man etwa mit Ausgaben von Fr. 300.- für 24 Kinder rechnen. Die einmaligen Ausgaben belaufen sich somit auf rund Fr. 600.- und die wiederkehrenden Ausgaben jährlich auf Fr. 300.-. und Fr. 500.- für den Trainer.

Nimmt man an, dass die Schule die Räume und die einmaligen Kosten übernimmt und die Eltern für das persönliche Lehrmittel und den Trainer aufkommen, kämen bei 24 Schülern und 10 Stunden Unterricht auf Fr. 33.-. Das ist sicherlich machbar, zumal man fast immer gute Geister findet die aus Überzeugung in die Tasche greifen und Härtfälle vermeiden.

Alexander Schiendorfer  

Alles andere wie Schachuhren, das durchführen von Tests mit Diplomen, EDV-Lernmitteln, das mitspielen an Turnieren, Gartenschach, Besuch im Schachmuseum etc. sind Zugaben die es nicht zwingend braucht, welche aber das Lernen erleichtern, abwechslungsreicher machen und als Motivationshilfe immer willkommen sind.