Materialwahl

Das richtige Material
Für Vereine sind Anschaffungen eine Investition hinter der alle Mitglieder stehen sollten. "Falsche" Bretter in Schulen gefährden den Lernerfolg und zu Hause verschwindet ein Fehleinkauf im Schrank. CPS hat einige Materialtipps zusammengestellt und steht Ihnen gerne beratend zur Verfügung.

Auf Produkten welche sich für Schulen und Vereine eignen gewähren wir Mengenrabatte. Im Fundus finden Sie Produkte von B-Qualität oder Einzelstücke. Die Funktion ist 100% gewährleistet und in vielen Shops werden solche Artikel zu Standardkonditionen angeboten. Wir stellen aber höhere Ansprüche. Sie sparen bis 25% des üblichen Preises.

Zuerst aber steht immer die ultimative Frage: Für welchen Zweck brauche ich das Material?

1. Brett & Figuren (Sets)
Brett und Figuren sollten Sie gemeinsam anschaffen. So passen Qualität, Dimension und Spielfähigkeit etc. Kleine Abweichungen zu den unten definierten Standards sind aber zulässig. Auf was können Sie achten, damit alles optimal passt?

1.1 Lehrer / Jugendtrainer
Es ist eine Unsitte, dass Kids mit abgewetzten Figuren und beschädigten Brettern trainieren. Jedes Kind sollte ein neuwertiges Set haben. Es ist eine Frage der Wertschätzung, fördert die Motivation und erleichtert das Lernen.

Sie benötigen günstige Sets, welche wenig Platz beanspruchen und leicht zu reinigen sind. Hier eignen sich Kunststoffsets. Ein Brett 1x klappbar, ist leicht zu verstauen und hat gegenüber einer Rollplane den Vorteil, dass man Figuren samt Brett wegtragen kann. So verliert man keine Zeit, wenn man Spieler für Einzelaufgaben trennt. Figuren im Säcklein benötigen weniger Platz und die Chance steigt, dass das Material im Trainingslokal aufbewahrt werden kann.

Die Stauntonform ist Standard und man sollte nur diese Figuren verwenden. Das Brett soll auf allen Seiten mit Buchstaben und Ziffern bezeichnet sein. Bei Kursen bis zur 2. Primarklasse erleichtert die Beschriftung in Grossbuchstaben das Lernen. Die Farben der Felder und Figuren sollten harmonisch ausfallen, aber klar zwischen Schwarz / Weiss zu unterscheiden sein. Farben wie Grün / Rot etc. eignen sich nicht, ganausowenig wie Fantasiefiguren.

Ein Demo-Brett gehört zur Trainerausrüstung. Es sollte eine Spielfläche von ca. 800mm x 800mm aufweisen. Es muss sich einfach aufstellen lassen (aufhängen, Staffelei etc). Die Figuren sollen magnetisch sein und ein Zusatzmagnet ist nötig, um den Anziehenden zu bezeichnen (eine feste Platte ist zweckmässiger als eine Blache oder Stoffversion. Es gibt Bretter welche sich zusammenlegen lassen (inkl. Tragetasche) und Bretter an einem Stück. Die Lagermöglichkeit entscheidet, welches Brett ideal ist. Im Zweifelsfalle wählen Sie eine Klappversion, denn wer weiss schon was die Zukunft bringt.

1.2 Verein
Hier unterscheidet man zwischen Turnier- und Trainingsmaterial. Nicht jeder Verein hat die Möglichkeiten dies komplett zu trennen. Soweit es die Finanzen, Platz etc. zulassen, sollte man das Material jedoch "doppelt" führen. Sie können nicht nur die Turniersets schonen, sondern haben zusätzlich einen psychologischen Effekt. Spiele ich mit dem Turnierset, weiss ich, dass es um Punkte und Rang geht (resultatorientiert). Ist das Trainingsset im Einsatz, will ich mich verbessern und den Teamgeist fördern (entwicklungsorientiert).

Kaufen Sie die Sets in einem „Aufwisch“. Kein Shop kann garantieren, dass eine Nachbestellung keine Abweichungen aufweist. Die Folge kann sein, dass z.B. kleine Farbdifferenzen, andere Figurenfilze etc. vorhanden sind und man von Zeit zu Zeit die Figuren sortieren muss. Falls die Beschaffung etappenweise erfolgt, sollte Team um Team ausgerüstet werden.

Die Figuren- und Brettwahl ist oft ein Entscheid des persönlichen Geschmacks. Beim Turnierset gelten zudem die FIDE-Richtlinien zu Grösse, Figuren- und Bretterdesign.

Das Brett benötigt eine gut sichtbare Beschriftung (Ausnahme Sensorbretter) an allen Seiten. In der Regel handelt es sich um Bretter mit einem lackierten Deckfurnier (Intarsien). Der Kern besteht meist aus einer Spanplatte. Falls das Brett einen Hartholzrand aufweist (im Gegensatz zum aufgeleimten Kantenfurnier), sollte der Rand mind. 20mm breit sein. Die Rückseite sollte ebenfalls einen Furnier über die Fläche und vier Filzrondellen (flächedeckender Filz hat sich nur bedingt bewährt, da die Bretter die Tendenz haben sich zu verziehen), Kunststoffnoppen oder ähnliches aufweisen. Diese Elemente stellen sicher, dass das Brett stabil liegt und sich nicht verzieht z.B. wenn Wasser ausgeschüttet wird. Grundsätzlich ist auch ein Kunststoffbrett legitim, sofern es den genannten Ansprüchen entspricht. Die Feldgrösse beträgt 50 bis 65mm, wobei in der Schweiz 50 bzw. 55mm üblich sind. Ob Sie 50 oder 55mm wählen, hängt auch von der Tischtiefe ab. Der Abstand von Brettkante zu Tischkante sollte ca 150mm betragen. Über die Brettgrösse lässt sich das steuern.

Für Juniorenteams ist ein Kunststoffbrett mit Kunststofffiguren sinnvoll. Die Figuren sind meist leichter und einfacher gestaltet, das Brett trägt nicht so stark auf (Dicke). Dadurch können kleinere Kinder die Übersicht besser behalten. Zudem lassen sich diese Sets einfach reinigen.

Für Figuren gilt die Stauntenform. Der König soll zwischen 85 bis 115mm und einem Fussdurchmesser von 40-50% der Höhe aufweisen. Für die Feldgrösse gilt die „3/4 Regel“. Das heisst der Durchmesser des Fusses des Königs soll 3/4 der Feldgrösse ausmachen. Z.B. Fussdurchmesser 44mm / Feldgrösse 57mm = rund 3/4. Bauerngrösse: 4 Bauern sollten gerade auf einem Feld Platz finden. Kleine Abweichungen sind sowohl bei Brett wie Figuren jedoch möglich.

Für das Demo-Brett und Trainingsmaterial betrifft, so gelten Informationen wie unter „Lehrer / Jugendtrainer“. 

1.3 Privat
Spass macht was gefällt. Sicher gelten auch hier die Grundsätze wie für Trainings- und Turniermaterial. Insbesondere wenn man mit einer gewissen Ernsthaftigkeit spielt. Abweichungen im Farbton und Figurenform sind jedoch eine Frage des persönlichen Geschmacks z.B. passend zum Tisch etc. So verzichtet man eher auf die unästhetische Randbeschriftung, oder sucht  nach anderen Materialien wie Glas, Metall, Stein usw.

2. Uhren
Nicht jeder Spieler braucht dasselbe Zeitmesssystem. Auch wenn sich mehr und mehr Digitaluhren durchsetzen, heisst dies nicht, dass sie für alle Zwecke besser eignen als mechanische Uhren.

2.1 Lehrer / Jugendleiter
Mit kleinen Partien/Turnieren hält man die Motivation der Einsteiger hoch und bringt Routine ins Spiel. Zwar kann man auch ohne Uhr spielen, aber die Zeitplanung wird schwierig. Oft müssen Partien am Schluss der Stunde abgebrochen werden. Zudem lernen die Kids mit der Zeit umzugehen. Eine Erfahrung welche z.B. bei Prüfungen, im Erwerbsleben und natürlich im Turnierschach von grossen Nutzen ist.

2.2 Verein
Hier ist es eine Frage der Spielprogrammes. Für einfache Blitzturniere eignen sich beide Systeme. Mechanische Uhren können alle Klubkollegen bedienen, sie sind aber nicht so genau, was zu Diskussionen führen kann. Bei der elektronischen Uhr verhält es sich gegengleich. Ältere Schachfreunde tendieren zur mechanischen Uhr, jüngere Spieler wenden sich den neuen technischen Errungenschaften zu. Wenn Sie auf Digitaluhren setzen, belassen Sie einige mechanische Uhren im Klublokal. Die Senioren danken es ihnen und im Notfall (Ausfall einer digitalen Uhr während Partie), kann eine schnell eingesetzte mechanische Uhr viel Übel abwenden.

In der Regel werden immer mehr Langzeit-, Rapid- und Blitzturniere im Fischermodus gespielt. Das heisst die Spieler erhalten pro gespielten Zug eine Zusatzzeit z.B. 30 Sekunden. Dies kann nur die elektronische Uhr umsetzen. Die Idee ist Zeitnotduelle zu entschärfen, was zu merklich weniger Streitfällen führt. Gerade in Klubturnieren wo der Turnierleiter selbst mitspielt, ist dies ein Vorteil. Der Nachteil des Fischersystems ist die Ungewissheit wie lange eine Partie dauern kann. Es ratsam besonders diese beiden Umstände zu beachten.

Bei digitalen Uhren mit zwei unabhängigen Knöpfen, kann dies eine Schwachstelle sein. Ein weiterer Vorteil des "Bügels" (wie ihn BHB, Merex oder DGT besitzen) ist die Möglichkeit aus grosser Distanz zu sehen welche Uhr läuft. Dies ist an grösseren Turnieren für den herumlaufenden Spieler und für den Turnierleiter von Vorteil. Wählen Sie ein "handelsübliches" System, auch wenn sie auf ein Schnäpchen verzichten müssen! Spieler lesen keine Gebrauchsanweisungen! Uhren mit einem unbekannten Bediensystem gehen wegen Fehlbedienungen schneller kaputt. Deshalb kaufen sie ein Produkt welches verbreitet ist, oder sich an die Programmierung der üblichen Systeme DGT, Merex oder BHB anlehnen.

Auch wenn die Langlebigkeit der Uhren eher zugenommen hat, können Sie an der mechanischen Uhr kleine Reparaturen selber ausführen. Bei der elektronischen kann eine Reparatur nur durch den Hersteller umgesetzt werden bzw es lohnt sich in der Regel nicht. Obwohl die elektronischen Uhren günstiger werden, ist ein mechanisches System auch heute noch billiger und benötigt keine Batterien. Allerdings hält heute eine „Batterieladung“ (meist zwei AA-Batterien) rund 2-5 Jahre. Uhren welche mehr als zwei Batterien benötigen, stehen im Verdacht Stromfresser zu sein und/oder dürfte es sich um ein älteres Modell handeln, wo unter Umständen die neusten Zeitmodi nicht fest programmiert sind. Ein Schwäche kann sein, dass Uhren das Warnsignal BAT LOW zu spät signalisieren. Dann muss der Turnierleiter die Ersatzuhr mühsam einstellen und tauschen. Dieses Problem haben insbesondere nicht DGT 2010, Merex 555 und BHB Digital. Sie warnen genügend früh und so kann die Partie zu Ende gespielt werden.

2.3 Privat
Mit der Uhr zu spielen garantiert spannendere Partien. Der stärkere Spielpartner erhält weniger Zeit als der schwächere Kollege. Dadurch werden die "Spiesse gleich lang". Meist reicht ein mechanisches System. Zumal gerade in dieser Umgebung das Ticken einer Uhr als angenehm empfunden wird. Mech. Uhren sehen in der Regel auch schöner aus (z.B. Garde). Möchte man sich trotzdem eine elektronische Uhr anschaffen, so können Sie auch eine Uhr wählen, welche nicht so verbreitet ist. Im Gegensatz zum Verein bedienen ja nur Sie die Uhr. Von der Langlebigkeit haben sich Systeme mit einem durchgehenden Bügel bewährt (z.B. DGT, Merex, BHB). Knöpfe können (müssen nicht) eine Schwachstelle sein. Mit den erwähnten Systemen haben sie eine grössere Gewähr, dass sie dieselbe Uhr nachbestellen können, wenn sie den Geist aufgibt. Das Design spielt eine wichtige Rolle. Ihr Geschmack entscheidet, auch wenn er nicht dem Standard entspricht!

3. Auf Reisen
Schach ist ein treuer Begleiter auf Reisen, oder wenn der Regen in den Ferien nicht aufhören will. Ein Reiseschach soll wenig Platz wegnehmen und Figuren mit Magneten oder zum Stecken besitzen. So hält die Stellung einer Schnellbremsung des Zuges stand. Die Figuren sollten gut erkennbar und greiffbar sein. Und wenn es eine Randbeschriftung hat, kann man Partien nachspielen. Bretter und Figuren leiden auf Transport und Einsatz oder es gehen Figuren verloren: Deshalb sollte das Set stabil und günstig sein. Mittlerweilen gibts für den Schachfan sogar EPS welche sie aufs Handy laden können und z.B. eine Schachuhr "ersetzen". Das dient auf Reisen, kann spassig sein, ist aber kein vollwertiger Ersatz.

4. Geschenke
Schachspieler haben Freude, wenn man Ihnen etwas zu ihrem Hobby schenkt. Erkundigen Sie sich was noch fehlt. So können Sie sinnvoll ergänzen. Falls der Spieler bereits seine Spielsets besitzt, ist ein Geschenk als Blickfang eine Möglichkeit. Z.B. ein Glasschach. Hier geht es primär um den Geschmack. Bei Büchern müssen sie die Bedürfnisse "erforschen". Freude macht was gefällt und nicht an jeder Ecke erhältlich ist. Bei Bedarf stellen wir auch Gutscheine aus. In der Regel findet jeder Schachliebhaber bei uns etwas was ihm noch fehlt... Anfragen an info@chesspoint.ch.