Infos Materialwahl
Informationen zur Materialwahl
Als Schachfreund haben Sie die Qual der Wahl innerhalb eines grossen Angebotes. CPS hat eine "vernünftige" Vorauswahl getroffen. Das erleichtert den Entscheid. Nehmen Sie sich trotzdem Zeit! Gerade für einen Verein sind Anschaffungen eine Investition hinter der alle Vereinsmitglieder stehen sollten und zu Hause verschwindet ein Fehleinkauf auf Nimmerwiedersehen im Schrank. Scheuen Sie sich nicht uns direkt zu Fragen. Unser Team steht Ihnen gerne zur Verfügung.
Für welchen Zweck brauche ich das Material? Der Lehrer welcher einen Kurs durchführt, hat ähnliche Bedürfnisse wie die Jugendtrainerin im Verein. Der Materialwart des Klubs hat technische Vorgaben zu beachten und die private Schachfreundin entscheidet mit dem Auge. Für alle haben wir einige Tipps.
SSB-Top
Sie finden auf über 35 Produkten den Hinweis SSB-Top. Dies sagt aus, dass diese Produkte oder Dienstleistungen durch den Schweizerischen Schachbund genutzt werden und somit hohen Ansprüchen von Vereinen und Turnierveranstaltern genügen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die anderen Angebote nicht auch höchsten Ansprüchen genügen. Gerade für den Individualisten, aber auch für Vereine oder Schulen können auch andere Produkte interessante Alternativen sein.
1. Brett & Figuren (Sets)
Brett und Figuren sollten Sie gemeinsam beschaffen. So haben Sie die Gewähr, dass Qualität, Dimensionen, Spielfähigkeit, Preis usw. passen. Kleine Abweichungen zu den aufgeführten Standards sind aber zulässig. Auf was können Sie achten?
1.1 Lehrer / Jugendtrainer
Es ist eine Unsitte, dass man Kids altes Material zur Verfügung stellt, welches aus verschiedenen Figuren, Brettern etc besteht. Sparen Sie nicht am falschen Ort. Jedes Kind sollte ein neuwertiges Spielset haben. Es ist eine Frage der Wertschätzung und Motivation gegenüber jungen Einsteigern.
Sie benötigen günstige Sets, welche wenig Platz beanspruchen, leicht zu reinigen sind und bei Bedarf Ersatzmaterial nachbestellt werden kann. Hier eignen sich Kunststoffsets. Ein Brett (1x klappbar), lässt sich leicht verstauen und hat gegenüber einer Rollplane den Vorteil, dass man die Figuren samt Brett wegtragen kann. So verliert man im Training kaum Zeit, wenn man die Spieler für Einzelaufgaben trennt. Figuren im Säcklein benötigen weniger Platz und die Chance steigt, dass das Material im Trainingslokal gelagert werden darf.
Achten Sie auf einfache Figurenformen, welche an Turnieren zur Anwendung kommen. Die Stauntonform hat sich durchgesetzt. Das Brett soll auf allen Seiten mit grossen gut lesbaren Buchstaben und Ziffern bezeichnet sein. Die Farben der Felder und Figuren sollen harmonisch ausfallen. Wichtig ist, dass klar zwischen Schwarz und Weiss unterschieden werden kann. Felder- oder Figurenfarben wie Grün / Rot etc. eignen sich deshalb nicht.
Ein Demo-Brett ist Bestandteil einer Trainerausrüstung. Es sollte eine Spielfläche von ca. 800mm x 800mm aufweisen. Es muss sich einfach aufstellen lassen (aufhängen, Staffelei etc). Die Figuren sollen magnetisch sein und ein Zusatzmagnet ist nötig, um den Anziehenden zu bezeichnen. Allenfalls komplettiert eine Tragtasche das Brett. Es gibt Bretter welche sich zusammenlegen lassen und Bretter am Stück. Die Lagermöglichkeit entscheidet, welches Brett ideal ist. Im Zweifelsfalle wählen Sie eine Klappversion, denn Sie wissen nie, was die Zukunft bringt.
1.2 Verein
Hier unterscheidet man zwischen Turnier- und Trainingsmaterial. Nicht jeder Verein hat die Möglichkeiten dies sauber zu trennen. Soweit dies die Finanzen, Platz etc. zulassen, sollte man das Material aber "doppelt" führen. Es hat auch einen psychologischen Effekt. Spiele ich mit dem Turnierset, weiss ich, dass es um Punkte und Rang geht (resultatorientiert). Ist das Trainingsset im Einsatz, will ich mich verbessern und den Teamgeist entwicklen (entwicklungsorientiert).
Kaufen Sie die Sets in einem „Aufwisch“. Selbst der beste Shop kann nicht garantieren, dass eine Nachbestellung nicht kleine Abweichungen aufweist. Die Folge kann sein, dass die zweite Lieferung z.B. kleine Farbdifferenzen aufweist und man die Figuren von Zeit zu Zeit sortieren muss. Falls eine Beschaffung etappenweise erfolgt, sollte jeweils Mannschaft um Mannschaft ausgerüstet werden.
Die Wahl der Figuren und Bretter ist fast immer eine Wahl des persönlichen Geschmacks. Beim Turnierset kommen weitere Aspekte dazu. Es gilt Richtlinien zu Grösse, Figuren- und Bretterdesign zu beachten.
Das Brett benötigt eine gut sichtbare Beschriftung an allen Seiten. In der Regel handelt es sich um Bretter mit einem lackierten Deckfurnier (Intarsien). Der Kern besteht aus einer Span-, in seltenen Fällen aus einer Tischlerplatte. Falls das Brett einen Hartholzrand aufweist (im Gegensatz zu einem aufgeleimten Kantenfurnier), soll der Rand ca. 20-40mm breit sein. Die Rückseite soll ebenfalls einen Furnier über die ganze Fläche aufweisen. Vier Filzrondellen oder ein ein voller Filzbelag komplettieren die Rückseite. Diese Faktoren stellen sicher, dass das Brett sich nicht verzieht z.B. wenn über die Frontseite Wasser ausgeschüttet wird. Grundstätzlich ist auch ein Kunststoffbrett legitim, sofern es den genannten Ansprüchen entspricht. Die Feldgrösse beträgt 50 bis 65mm, wobei sich in der Schweiz 50 bzw. 55mm eingebürgert haben. Ob Sie 50 oder 55mm wählen, hängt von der Tischtiefe ab. Der Abstand von Brettkante zu Tischkante sollte etwa 150mm betragen. Mit einem grösseren oder kleineren Brett lässt sich das ein wenig steuern.
Für Juniorenteams ist ein Kunststoffbrett mit Kunststoff-Figuren durchaus sinnvoll. Die Figuren sind meist etwas feiner und leichter, das Brett trägt nicht so stark auf (Dicke). Dadurch können vor allem Kinder die Übersicht etwas besser behalten.
Für Figuren gilt die Stauntenform. Der König soll zwischen 85 bis 115mm und einem Fussdurchmesser von 40-50% der Höhe aufweisen. Für die Feldgrösse gilt die „3/4 Regel“. Das heisst der Durchmesser des Fusses des Königs soll 3/4 der Feldgrösse ausmachen. Z.B. Fussdurchmesser 44mm / Feldgrösse 57mm = 77% oder rund 3/4. Für die Bauerngrösse passt folgender Test. 4 Bauern sollten gerade auf einem Feld Platz finden.
Kleine Abweichungen sind aber sowohl bei Brett wie Figuren möglich.
Was das Demo-Brett und Trainingsmaterial betrifft, so gelten dieselben Informationen wie unter „Lehrer / Jugendtrainer“.
1.3 Privat
Spass macht was gefällt. Sicherlich gelten aber auch hier die Grundsätze wie für Trainings- und Turniermaterial. Insbesondere wenn mit einer gewissen Ernsthaftigkeit spielt. Abweichungen im Farbton und der Figurenform sind jedoch erlaubt und eine Frage des persönlichen Geschmacks. Auch die Integration in die Umgebung z.B. passend zum Büchergestell, Tisch etc. kann von Bedeutung sein. So verzichtet man auch eher auf die unästhetische Randbeschriftung, sucht vielleicht auch nach anderen Materialien wie Glas, Metall usw.
2. Uhren
Nicht jeder Spieler braucht dasselbe Zeitmesssystem. Es ist eine Frage der Bedürfnisse für was man sich entscheidet. Auch wenn sich je länger je mehr die Digitaluhr durchsetzt, heisst das nicht, dass sie für alle Zwecke besser eignet als die mechanische Uhr.
2.1 Lehrer / Jugendleiter
Uhren sind ein muss. Mit kleinen Partien/Turnieren hält man die Motivation der Einsteiger hoch und bringt Routine ins Spiel. Zwar kann man auch ohne Uhr spielen, aber die Zeitplanung für den Leiter wird schwieriger.
2.2 Verein
Hier ist es eine Frage der Spielprogrammes. Für Blitzturniere eignen sich beide Uhrsysteme. Mechanische Uhren können alle Klubkollegen bedienen, sie sind dafür nicht ganz so genau, was zu Diskussionen führen kann. Bei der elektronischen Uhr verhält es sich gegengleich. Ältere Schachfreunde tendieren zur mechanischen Uhr, jüngere Spieler wenden sich lieber den neuen technischen Errungenschaften zu. Selbst wenn Sie voll auf Digitaluhren setzen, belassen Sie einige (alte) mechanische Uhren im Klublokal. Die Senioren danken es ihnen und im Notfall (Ausfall einer digitalen Uhr während Turnier), kann eine schnell eingesetzte mechanische Uhr das schlimmste Übel abwenden.
In der Regel werden immer mehr Langzeitturniere (aber für auch Rapid- und Blitzturniere) im Fischermodus gespielt. Das heisst die Spieler erhalten pro gespielten Zug eine Zusatzzeit meist zwischen 10 bis 30 Sekunden. Dies kann nur die elektronische Uhr umsetzen. Die Idee dahinter ist Zeitnotduelle zu entschärfen was zu weniger Streitfällen führt. Gerade in Klubturnieren wo der Spiel- und Turnierleiter selbst mitspielen ist dies ein wichtiger Punkt. Deshalb ist es ratsam beim Kauf von neuen Uhren diesem Umstand Rechnung zu tragen. Bei Uhren mit zwei unabhängigen Knöpfen, kann dies eine Schwachstelle sein. Ein weiterer Vorteil des "Bügels" wie ihn BHB Digital oder DGT 2010 besitzen ist die Möglichkeit aus relativ grosser Distanz zu sehen welche Uhr läuft. Dies ist an grossen Turnieren sowohl für den herumlaufenden Spieler wie auch für den Turnierleiter von Vorteil. Ideal ist es beide Uhr-Systeme im Klub zu besitzen.
Auch wenn die Langlebigkeit der Uhren zugenommen hat, so können Sie an der mechanischen Uhr kleine Reparaturen selbst ausführen. Bei der elektronischen kann eine Reparatur nur durch den Hersteller umgesetzt werden. Obwohl die elektronischen Uhren immer günstiger werden, ist ein mechanisches System nach wie vor 30 bis 40% günstiger und benötigt keine Batterien. Allerdings hält heute eine „Batterieladung“ (meist zwei AA-Batterien z.B. BHB oder DGT) bei durchschnittlichem Gebrauch 1-3 Jahre. Unterhalt und Kosten sind also gering.
2.3 Privat
Hier gelten ähnliche Grundsätze. Meist reicht ein mechanisches System. Zumal gerade in dieser Umgebung das Ticken einer einzelnen Uhr als angenehm empfunden wird. Zudem sieht es oft schöner aus (z.B. Garde-Uhr). Möchte man sich trotzdem eine elektronische Uhr anschaffen, so können Sie durchaus auch einen Uhrentyp wählen welcher nicht so verbreitet ist, da ja nur wenige Personen die Uhr bedienen. Von der Langlebigkeit haben sich Systeme mit einem durchgehenden Bügel bewährt (z.B. DGT oder BHB), Knöpfe können eine Schwachstelle sein. Mit den bereits erwähnten DGT oder BHB haben sie auch eine grössere Gewähr, dass eine Reparatur auch später noch möglich ist bzw. sie gleiche Uhren nachbestellen können. Alles in allem spielt aber das Design die entscheidende Rolle. Es gilt: Ihr Geschmack entscheidet, auch wenn er nicht dem Standard entspricht!
1.4 Auf Reisen
Schach kann ein ausgezeichneter Zeitvertreib auf Reisen sein. Oder wenn der Regen nicht aufhören will. Ein Reiseschach sollte wenig Platz wegnehmen, Figuren mit Magneten oder zu Stecken besitzen. So hält die Stellung auch einer Schnellbremsung des Zuges stand. Die Figuren sollten aber trotzdem gut erkennbar sein. Und wenns eine Randbeschriftung hat, dann kann man sogar mal eine Partie nachspielen. Und nicht zu letzt leiden die Bretter auf Transport und Einsatz: Stabil und nicht zu teuer sollte das Set sein.






